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die.idee - was wir wollen
Unsere Medien sind voll negativer Berichte über Kinder und Jugendliche. Gesundheit und Verhalten einer Generation von Stubenhockern und Videospielern sind im Gespräch. Das Versagen von Familie und Schule wird angeprangert. Zugleich wird unsere Gesellschaft im Mittel älter und älter. Werden wir selbst der sinkenden Zahl Kinder nicht mehr Herr? Haben wir von unserer Jugend nichts zu erwarten als Desinteresse und Gewalt?

Angebot – und Nachfrage?

Mehr denn je verläuft unser Leben in festen Bahnen. Auch das Leben unserer Kinder. Von der Kinderkrippe bis zum Berufsstart durchlaufen Mädchen und Jungen heute ein Programm an Betreuungsangeboten, Gruppenaktivitäten und Ausbildungseinheiten. Auch wenn dieses Programm vielfältig ist, so verpflichtet es doch alle auf ein Ziel: Anpassung an die Anforderungen der Gesellschaft und Erfolg in der Konkurrenz.

Anpassung und Erfolg sind gut. Woran aber passen sich unsere Kinder an? Welcher Erfolg ist uns wichtig? In einer Welt der Computerarbeitsplätze ist das Computerspiel nur ein Vorläufer der beruflichen Realität. Der wirtschaftliche Erfolg vieler Eltern bestimmt den familiären Alltag. Was erwarten wir also von unseren Kindern? Sollen sie sich selbständig für ein anderes Leben entscheiden als das, was wir ihnen vorleben?

Eine Aufgabe – für wen?

Vielleicht ist das Leben doch kein Markt, auf dem Angebot und Nachfrage die Grenzen bestimmen. Handeln wir aus Angst, bleiben wir in der Defensive. Die Zukunft unserer Kinder wird nicht durch das Fernsehen bestimmt! Die Ohnmacht angesichts der Nöte, die uns die Medien tagtäglich nahe bringen, ist nur die Kehrseite der Medaille: Eine Gesellschaft, an deren Wohlstand wir uns gewöhnt haben.

Heute haben wir die Chance, unsere Kinder in einer Freiheit und Großzügigkeit zu erziehen, von der frühere Generationen nur träumen konnten. Es geht nicht um große Reformen, sondern um die Wahrnehmung von Möglichkeiten. Wir müssen die Lücken füllen, welche die schwindenden wirtschaftlichen Zwänge eröffnet haben. Nicht Langeweile und Gewalt einer Generation sollten uns schrecken, sondern die Perspektivlosigkeit des Einzelnen. Unsere Kinder bedürfen nicht unserer Angst und unseres Mitleides. Sie brauchen eine Aufgabe, die Sinn macht – für sie selbst und eine sie anerkennende Gemeinschaft.

Was können Sie tun?

Die Aufgabe für unsere Kinder ist unsere Aufgabe als Erwachsene. Sie ist Ihre Aufgabe als Eltern, Lehrer und Erzieher. Sie ist die Aufgabe von Ärzten und Therapeuten, denen es nicht nur um die Gesundheit des Körpers geht, sondern auch um das Lebensglück der Kinder und Jugendlichen. Dieses Glück ist kein Zustand der Zufriedenheit. Vielmehr entsteht es aus stetigem Wachstum. Die Aufgabe der Erwachsenen ist es, das geistige und emotionale Er-Wachsen der Kinder zu fördern.

Dazu bedarf es Anforderungen, die Lernen und Spiel miteinander verbinden. Anforderungen, die für das Leben der Kinder, aber auch die Gesellschaft von Bedeutung sind. Unsere Kinder haben mehr verdient als schlichte Fernsehunterhaltung und pädagogische Einheitskost. Ihre Erziehung zu Selbständigkeit und Verantwortung verlangt eine Teilhabe am Leben der Gemeinschaft. Sie erfordert Leistungen, zu denen Eltern ihre Kinder und Lehrer ihre Schüler anleiten müssen. Damit unsere Kinder sich als gut und wichtig für uns beweisen können. Und damit wir ihnen ehrlich zu zeigen vermögen, wie wichtig sie für uns Erwachsene sind. Nicht als die Problemfälle der Gesellschaft, sondern als unsere Zukunft.

Was »wir« bisher getan haben?

Problemfälle – das war für Jahre unser Zugang zu Kindern und Jugendlichen. Personen, mehr noch: Persönlichkeiten, die uns in der Praxis vorgestellt wurden. Selbstverständlich als Kinder von Eltern, als Kinder in Familien mit jeweils ganz eigenen Geschichten. Aber auch als „Problem“, als „Störung“, als „Krankheit“. Wir: ein Kinder- und Jugendarzt, ein Psychologe, ein Pädagoge.

Auf der einen Seite die „Kunden“, die mehr oder minder leidenden Kinder, engagierte und doch oft überforderte Eltern. Auf der anderen Seite die sogenannten Fachleute, die „Reparaturwerkstatt“ für Verhaltensauffälligkeiten. Dazwischen eine Kluft, die nur überwunden werden konnte, wenn sich die Kinder und Jugendlichen helfen ließen. Viel zu häufig aber war die angebotene Hilfe für die Betroffenen und ihre Familien nicht verständlich. Sie war unattraktiv, anstrengend, stigmatisierend. Und sie machte für die Kinder und Jugendlichen keinen Sinn. Weil sie nur Veränderung versprach, nicht aber Wachstum, Anpassung statt Anerkennung.

Was kann die »Jägerburg« tun?

Am Anfang stand der Wunsch, es anders zu machen. Wir wollten eine Vernetzung von Personen und Aufgaben. Schule, Jugendhilfe und Therapie bieten ihre Unterstützung meist isoliert für sich an. Nicht selten zu einem Zeitpunkt, zu dem der jeweils andere aufgibt. Die Mehrzahl der Maßnahmen zeigt daher keinen Transfer in das Leben der Familien. Denn Familienbeziehungen verändern sich laufend. Wirksame Hilfe muss daher jederzeit umfassend angeboten werden. Gemeinsam wählen Familien und Fachleute aus den Kompetenzen und Hilfsangeboten jene Maßnahmen aus, die in der gegebenen Situation Erfolg versprechen.

Die »Jägerburg« versammelt einen Teil des Wissens, der fachlichen Erfahrungen und therapeutischen Kompetenzen an einem Ort. Sie ist dabei mehr als ein Haus, in dem Arzt, Psychologe und Pädagoge zusammenarbeiten. Die »Jägerburg« ist ein umfassendes Angebot, das es Familien leichter macht, Hilfe einzufordern und anzunehmen. In ihrem Programm verbindet sie das Abenteuer eines Ferienlagers mit dem Reiz des Lernens (Jägerlager). Ohne das Kind zum Patienten zu machen, helfen die Beobachtungen im Alltag, eine solide Diagnose von Auffälligkeiten und ihrer Ursache vorzunehmen (Jägercheck). Integrierte Angebote für die Eltern (Jägerlatein) und eine Nachbetreuung in Wohnortnähe (Jägerclub) sorgen für Sinn, Wert und Fortdauer der Maßnahmen im Alltag. Nicht zuletzt helfen Veranstaltungen für Ärzte, Therapeuten und Erzieher, die Ideen der »Jägerburg« zu verbreiten (Jägerinfo).

Für wen ist das eigentlich alles?

Das Angebot der »Jägerburg« richtet sich primär an verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren – und natürlich an deren Eltern. Mit den Kindern sollen allerdings auch Geschwister und Freunde, Lehrer und Erzieher, Ärzte und Therapeuten angesprochen werden. Sie alle sind betroffen vom Problemverhalten der auffälligen Kinder und Jugendlichen. Behandlung hilft jedoch nur als Handlung aller Betroffenen.

Wir sind davon überzeugt, dass das Leben in Regeln und Grenzen auch für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche attraktiv ist. Gerade sie profitieren von der Sicherheit einer zuverlässigen Gemeinschaft. Es gibt keinen Selbstwert außer im Vergleich mit anderen. Wie Kinder sich sehen, ist ein Abbild unserer erwachsenen Sicht auf sie. Mit der »Jägerburg« schaffen wir die Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche Einsicht in die Regeln der Gemeinschaft gewinnen. Gelegenheiten, sich in diesen Regeln zu bewähren. Und die Freude, innerhalb der Gemeinschaft, und nicht gegen sie, bestehen zu können.

Was wollen wir erreichen?

Im Mittelpunkt unseres Angebotes stehen die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder und Jugendlichen. Ziel ist es, Stärken bewusst zu machen und Leistung zu fördern. Wir zeigen Kindern, dass sie etwas können – und dass dieses Können in der Gemeinschaft von Bedeutung ist. Wichtig sind allerdings auch die erzieherischen Kompetenzen der Eltern. Sie müssen einen Lebensraum schaffen, in dem ihre Kinder sich bewähren können. Und sie sollen am Wachsen der Kinder und Jugendlichen in die Gemeinschaft ehrliches Gefallen finden, es loben und aktiv unterstützen.

Wir gehen mit den Familien gemeinsam über die Schwelle, hinter der aus pädagogischem und therapeutischem Bemühen gemeinschaftlicher Alltag wird. Die Attraktivität der Gemeinschaft wird die vermeintlichen Vorteile einer individuellen Auffälligkeit übertreffen. Was wir erreichen wollen, sind Familien, in denen das Leben mit Kindern Spaß macht. Familien, die ihre Kinder auch in anderen Gemeinschaften tragen und ihr Verhalten beeinflussen können. Familien, die Kinder und Jugendliche fit machen für ein Leben in unserer Gesellschaft.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Das Angebot erläutert Ihnen im Detail, was wir für Sie und Ihr Kind, für Pädagogen und Therapeuten tun können. Damit Sie eine Vorstellung davon haben, wer wir sind, stellen wir Ihnen gerne das Team vor. Hier finden Sie auch die Kontaktadressen aller Teammitglieder. Alle Termine finden Sie unter dem gleichnamigen Link.

Haben Sie Fragen, Anregungen, Wünsche? An Ihren Ansichten sind wir sehr interessiert.

Natürlich suchen wir für unser Projekt auch Sponsoren. Ohne Geld geht kaum etwas.

Doch ist die finanzielle Unterstützung nicht alles: Sie können uns auch anderweitig helfen, indem Sie
  • unser Projekt bekanntmachen
  • als Betreuer bei Jägerlagern mitarbeiten
  • einen Jägerclub gründen


Sie erreichen uns telefonisch unter 09128.928528, per Fax unter 09128.928526 oder per e-Mail an mitarbeit@jaegerburg.de